Titelbild zum Artikel Google Ads für Immobilienmakler
Von
Oskar Bösener
·
Zuletzt aktualisiert am
28.10.2026

Google Ads für Immobilienmakler: So gewinnst du Eigentümer statt Kaufinteressenten

Google Ads bringt dir als Immobilienmakler Verkaufsmandate, wenn die Kampagne nur Eigentümer anspricht, die verkaufen wollen, und keine Kauf- oder Mietinteressenten. Dafür brauchst du reine Verkäufer-Keywords, eine lange Liste auszuschließender Keywords, die kostenlose Wertermittlung als Angebot und eine Landingpage, die dich als Person zeigt. Besondere Targeting-Verbote für Immobilienanzeigen gelten laut Google nur in den USA und Kanada, nicht in Deutschland. Weil eine einzige Provision aus unserer Erfahrung fünfstellig ist, trägt sich die Kampagne oft schon mit einem Mandat alle paar Monate.

Stand: Oktober 2026. Google ändert Menüs, Funktionen und Richtlinien laufend. Schau vor dem Start kurz in die verlinkten Hilfeseiten.

Warum zieht deine Makler-Kampagne vor allem Kaufinteressenten an?

Weil Kaufinteressenten nach Immobilien suchen und Eigentümer nach einem Makler oder dem Wert ihrer Immobilie. Wer beide mit derselben Kampagne anspricht, zahlt einen großen Teil des Budgets für Menschen, die nie ein Mandat vergeben.

Aus unserer Erfahrung steckt dieser Fehler in fast jeder Kampagne, die ein Makler selbst oder eine allgemeine Agentur aufgesetzt hat. Die Anfragen kommen, aber die meisten Anrufer wollen kaufen oder mieten. Nach dem Umbau auf Eigentümer-Keywords kommen weniger Anfragen, aber deutlich mehr echte Eigentümer.

Kaufinteressenten suchen zum Beispiel: Haus kaufen Hamburg, Wohnung mieten Berlin, Immobilien Frankfurt Preise, Eigentumswohnung München.

Eigentümer suchen zum Beispiel: Haus verkaufen Hamburg, Immobilie bewerten lassen, Makler Wohnungsverkauf, Immobilienwert ermitteln kostenlos, Haus verkaufen was beachten.

Nur die zweite Gruppe vergibt Mandate.

Typische Warnsignale:

Warum reichen ImmobilienScout24 und andere Portale nicht?

Portale sind nicht dein Vertriebskanal, sondern der Vertriebskanal der Portale. Dort stehst du fast immer neben anderen Maklern, und der Eigentümer vergleicht Provisionen und Bewertungen, bevor er mit dir spricht. Bei Google Ads landet er nach dem Klick direkt bei dir, ohne Konkurrenzliste daneben. Nach unserer Einschätzung fangen viele Eigentümer ohnehin bei Google an, mit Fragen wie: Was ist meine Immobilie wert?

Was verlangt Google von Immobilienmaklern in Deutschland?

Gibt es Einschränkungen für Wohnungs- und Immobilienanzeigen?

In Deutschland nicht. Die Richtlinie Eingeschränktes Targeting in personalisierten Anzeigen nennt „Immobilien“ als eine von drei Kategorien in Bezug auf Zugang zu Chancen. Die Einschränkungen gelten aber ausdrücklich nur in den USA und Kanada. Dort dürfen Anzeigen der Kategorie „Wohnen“ nicht nach Alter, Geschlecht, Familienstand, Elternstatus oder Postleitzahl ausgerichtet werden.

Zwei Regeln daraus gelten aber auch hier: Segmente mit selbst erhobenen Daten, früher „Remarketing“, darfst du nicht so mit Standorten kombinieren, dass nur eine sehr kleine Gruppe übrig bleibt. Und wer sie nutzt, braucht bestimmte Angaben in der Datenschutzerklärung.

Gibt es Anzeigen für lokale Dienstleistungen für Makler?

Nein. In der deutschen Liste der Branchen für Google Lokale Dienstleistungen steht „Immobiliengutachten“, aber kein Immobilienmakler.

Wie kommt deine Telefonnummer in die Anzeige?

Über Anruf-Assets. Laut Google-Hilfe lassen sich seit Februar 2026 keine neuen Anrufanzeigen mehr anlegen, ab Februar 2027 bekommen bestehende keine Impressionen mehr. Laut Anruf-Assets gehört die Nummer ins Asset, nicht in den Anzeigentext, sonst droht die Ablehnung. Google prüft außerdem, ob die Nummer zu deinem Unternehmen gehört. Dafür muss sie im E.164-Format, also zum Beispiel +4940… ohne Leerzeichen, im Quellcode deiner Website stehen, oder du bestätigst deine Domain über die Google Search Console. Zeig das Asset nur zu Zeiten, in denen im Büro jemand rangeht.

Was ändert AI Max für Makler?

Laut einer Google-Ankündigung vom April 2026 stellt Google ab September 2026 Suchkampagnen mit dynamischen Suchanzeigen, automatisch erstellten Assets oder der Option „Weitgehend passend“ auf Kampagnenebene automatisch auf AI Max um. Prüf, ob deine Anzeigen jetzt bei Kaufsuchen erscheinen. Mit „Erweiterung der finalen URL“ kann Google Besucher laut Google-Hilfe außerdem auf andere Seiten deiner Website schicken. Schließ Exposés und Objektlisten über URL-Ausschlüsse aus, damit Eigentümer auf der Verkäuferseite landen. Mehr im Artikel AI Max in Google Ads: Was sich ändert und wie du die Kontrolle behältst.

Erst prüfen, dann umbauen: Du schaltest schon Anzeigen und weißt nicht, wie viele Klicks auf Kaufinteressenten gehen? Unser kostenloses Audit liest einmal die letzten 90 Tage deines Kontos, ändert nichts und widerruft den Zugriff direkt danach. Kostenloses Audit starten

Was sagt das Gewerbe- und Werberecht?

Die Punkte, die für Anzeigen und Landingpages zählen. Keine Rechtsberatung.

Was ist ein Eigentümer-Lead wert?

Aus unserer Erfahrung liegen Makler in diesen Spannen, je nach Region und Wettbewerb:

Zum Vergleich eine belegte Zahl aus den USA. Laut WordStream Google Ads Benchmarks 2025 lag der Klickpreis in der Kategorie „Real Estate“ im Median bei 2,53 $, die Kosten pro Lead bei 100,48 $. Basis sind 16.446 US-Suchkampagnen zwischen April 2024 und März 2025. Die Kategorie trennt nicht nach Eigentümer- und Käuferkampagnen, und US-Werte sind nicht 1:1 übertragbar. Eine vergleichbare Studie für Deutschland haben wir nicht gefunden.

Eine einfache Rechnung: Kostet eine Eigentümer-Anfrage 120 € und wird jede fünfte zum Verkauf, stehen 600 € Werbekosten einer Provision von 15.000 € gegenüber (500.000 € Kaufpreis, 3 % für dich).

Welche Strategie bringt Makler an Verkaufsmandate?

1. Nur Eigentümer-Keywords

Alle Keywords zeigen Verkaufsabsicht: Haus verkaufen plus Stadt, Wohnung verkaufen plus Stadtteil, Immobilie bewerten plus Stadt, Makler beauftragen Haus, Immobilienwert schätzen lassen. Alles, was Kaufinteressenten anzieht, kommt als auszuschließendes Keyword in die Kampagne: kaufen, mieten, Miete, Exposé, provisionsfrei, Portalnamen. Laut Google musst du Synonyme sowie Singular und Plural dabei selbst hinzufügen.

2. Kostenlose Wertermittlung als Angebot

Das stärkste Angebot auf deiner Landingpage ist eine kostenlose Immobilienbewertung. Kein „Kontakt aufnehmen“, sondern ein konkretes Versprechen: Du ermittelst, was die Immobilie heute wert ist, ohne Auftrag. Aus unserer Erfahrung steht ein großer Teil der Menschen, die eine Wertermittlung anfragen, innerhalb von sechs bis zwölf Monaten vor der Verkaufsentscheidung.

3. Stadtteile statt ganzer Regionen

Richte die Kampagne auf die Stadtteile aus, in denen deine Marktkenntnis den Unterschied macht. Laut Google-Hilfe kannst du je nach Land Regionen, Städte oder Postleitzahlen wählen oder einen Umkreis von mindestens 1 km. Prüf auch die Option „Präsenz oder Interesse“. Laut derselben Seite erzielten Immobilien-Werbetreibende nach dem Wechsel von „Präsenz“ auf „Präsenz oder Interesse“ mindestens 5 % mehr Conversions in Suchkampagnen (interne Daten von Google, weltweit, Mai bis Juni 2022). Für Makler plausibel: Wer eine Wohnung in Hamburg geerbt hat, wohnt vielleicht ganz woanders.

4. Präsent bleiben im langen Entscheidungszyklus

Wer heute zum ersten Mal ans Verkaufen denkt, entscheidet sich aus unserer Erfahrung oft erst in sechs bis zwölf Monaten. Mit Segmenten mit selbst erhobenen Daten sprichst du Besucher deiner Verkäuferseite später wieder an. Voraussetzung ist eine Einwilligung im Cookie-Banner nach § 25 TDDDG, die dein Google-Tag über den Einwilligungsmodus übernimmt.

5. Eine Landingpage, die dich zeigt

Niemand gibt einem anonymen Unternehmen den Auftrag, sein Zuhause zu verkaufen. Die Landingpage zeigt dein Gesicht, deine Geschichte in der Region und deine Marktkenntnis. Keine Stockfotos, dafür echte Referenzen und ein Formular, das in zwei Minuten ausgefüllt ist.

Wie misst du Anrufe und Bewertungsanfragen?

Eigentümer rufen aus unserer Erfahrung lieber an, als Formulare auszufüllen. Ohne Anrufmessung siehst du nur einen Teil.

Rechenbeispiel: Ab wann trägt sich Google Ads für ein Maklerbüro?

Alle Werte sind Annahmen innerhalb unserer Erfahrungswerte oben, nicht aus einem Kundenkonto.

Beispiel 1: Maklerbüro mit Nachfolgefrage

Ein inhabergeführtes Büro, stark in zwei gefragten Stadtteilen. Fast alle Mandate kommen über das Netzwerk des Inhabers, der seine Nachfolge vorbereitet. Gestartet wird mit einer Eigentümer-Kampagne für beide Stadtteile.

Bis aus einem Mandat ein Verkauf wird, vergehen oft Monate. Die Rechnung zeigt das Verhältnis, nicht den Zeitpunkt. Und anders als ein Netzwerk kann der Inhaber diesen Kanal an seinen Nachfolger übergeben.

Beispiel 2: Wenn die Kampagne die Falschen anzieht

Ein Makler hat eine Kampagne, die eine andere Agentur aufgesetzt hat. Budget 1.800 € alle 4 Wochen, rund 45 Anfragen. Die stärksten Keywords sind aber Immobilien kaufen, Wohnung mieten oder Eigentumswohnung plus Stadtteil. Kein Ausschluss gegen Kaufinteressenten.

Angenommen, nur 4 der 45 Anfragen kommen von Eigentümern. Dann kostet eine Eigentümer-Anfrage 1.800 € geteilt durch 4, also 450 €.

Jetzt wird die Kampagne neu gebaut: nur Verkäufer-Keywords, rund 200 auszuschließende Keywords gegen Kaufinteressenten, eine Landingpage mit Wertermittlung und Anrufmessung. Das Budget sinkt auf 1.200 € alle 4 Wochen. Kostet eine Eigentümer-Anfrage danach 120 €, kommen 10 Anfragen. Weniger als 45, aber zweieinhalbmal so viele Eigentümer wie vorher, für ein Drittel weniger Budget. Die Kosten pro Eigentümer-Anfrage fallen von 450 € auf 120 €.

Einrichtung und Betreuung sind nicht eingerechnet. Mehr zu den Kosten steht im Artikel Was kostet Google Ads? Klickpreise, Mindestbudget und Betreuung ehrlich gerechnet.

Wie viel Budget braucht ein Makler?

Aus unserer Erfahrung, je nach Region und Wettbewerb:

Eine einzige Provision im fünfstelligen Bereich deckt das Budget oft mehrfach. Entscheidend ist, ob sie die Richtigen erreicht. Wie oft in deinen Stadtteilen nach „Haus verkaufen“ gesucht wird, zeigt dir der Keyword-Planer.

Wann es sich nicht lohnt: ohne Kapazität für neue Mandate, wenn niemand ans Telefon geht oder in einem Gebiet, in dem kaum jemand sucht.

Wie prüfst du das in deinem Konto?

  1. Öffne im Menü „Kampagnen“ unter „Statistiken und Berichte“ die „Suchbegriffe“ der letzten 90 Tage. Wie viele davon enthalten kaufen, mieten oder Exposé?
  2. Prüf deine Listen auszuschließender Keywords. Stehen dort Kauf- und Mietbegriffe mit Synonymen und Plural?
  3. Prüf in den Kampagneneinstellungen, ob AI Max aktiv ist und ob „Erweiterung der finalen URL“ deine Exposés als Ziel nutzen darf.
  4. Öffne im Menü „Kampagnen“ den Bereich „Assets“. Hat jede Kampagne ein Anruf-Asset mit passenden Zeiten?
  5. Prüf in den Kontoeinstellungen, ob „Anrufberichte“ aktiv sind, und im Menü „Zielvorhaben“ unter „Zusammenfassung“, welche Mindestdauer deine Anruf-Conversion hat.
  6. Prüf unter „Standorte“, ob deine Stadtteile stimmen und welche Option zwischen „Präsenz“ und „Präsenz oder Interesse“ gewählt ist.
  7. Schau ins Impressum deiner Landingpage: Steht die Aufsichtsbehörde für deine Erlaubnis nach § 34c GewO drin?

Das bedeutet für dich: Bau die Kampagne nur auf Eigentümer, schließ Kauf- und Mietsuchen konsequent aus und miss, wie viele Anfragen zu Bewertungsterminen und Mandaten werden. Dann siehst du nach wenigen Wochen, was dich ein Mandat wirklich kostet.

Häufige Fragen

Ich bin schon auf ImmobilienScout24. Warum noch Google Ads?

Das Portal arbeitet für das Portal, Google Ads arbeitet für dich. Wer über deine Anzeige kommt, sieht keine Konkurrenzliste daneben.

Ich habe Google Ads schon ausprobiert, und es hat nicht funktioniert. Woran liegt das?

Aus unserer Erfahrung fast immer an Kaufinteressenten-Keywords, fehlenden Ausschlüssen oder einer Landingpage ohne klares Angebot. Der Bericht „Suchbegriffe“ zeigt dir das in wenigen Minuten.

Kann ich gezielt Eigentümer von hochwertigen Immobilien ansprechen?

Ja, über Stadtteile, Keywords und Anzeigentext. Wer schon in der Anzeige sagt, dass er auf Objekte ab einem bestimmten Wert spezialisiert ist, zieht genau diese Eigentümer an. Die US-Einschränkungen für Alter oder Familienstand gelten in Deutschland nicht.

Was, wenn der Markt gerade schwierig ist?

Gerade dann zählt Sichtbarkeit. Nach unserer Einschätzung fahren viele Makler in schwachen Märkten ihr Marketing zurück. Wer präsent bleibt, gewinnt die Eigentümer, die trotzdem verkaufen.

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Der nächste Schritt

Irgendwo in deiner Stadt sucht gerade jemand bei Google nach einem Makler für seine Immobilie. Du willst wissen, ob deine Anzeigen bei ihm ankommen oder bei Kaufinteressenten?

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Quellen

Alle Seiten abgerufen am 28.10.2026.

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