
Google Ads lohnt sich für Elektrobetriebe, wenn du die Anfragen schnell annehmen kannst und weißt, welche Aufträge du willst. Notdienst, geplante Installationen wie Wallbox oder Zählerschrank und Gewerbekunden mit Prüfungen und Wartung sind drei verschiedene Geschäfte. Jedes braucht getrennte Kampagnen, eigene Zeiten und eine eigene Messung. Eine Sonderprüfung wie bei Finanzdienstleistern verlangt Google für Elektriker in Deutschland nicht, aber die Telefonnummer, der Standort und die Überprüfung des Werbetreibenden müssen sauber sein.
Stand: Oktober 2026. Google ändert Menüs, Funktionen und Richtlinien laufend. Schau vor dem Start kurz in die verlinkten Hilfeseiten.
Google zeigt deine Anzeige nur, wenn jemand gerade sucht. Beim Elektriker heißt das meistens: Die Sicherung ist raus, oder die Wallbox soll endlich in die Garage. Nach unserer Einschätzung, keine Statistik:
Wie oft in deinem Ort nach Wallbox, Zählerschrank oder Elektriker gesucht wird, schätzt der Keyword-Planer.
Google schränkt Elektriker in Deutschland nicht besonders ein. Ein paar Punkte musst du trotzdem kennen.
Ein Verbot für Elektriker haben wir nicht gefunden. Die Richtlinie Lokale Dienstleistungen nennt für Deutschland nur eine Branche: Anzeigen für Schlüsseldienste unterliegen hier Einschränkungen und dürfen nicht geschaltet werden. Bietest du rund um die Uhr auch Türöffnungen an, bewirb nur die Elektroarbeiten und schick die Anzeigen auf eine Seite, auf der es nur darum geht.
Für den Notdienst gilt aber die Richtlinie Unlautere Preisgestaltung. Bei dringenden Leistungen vor Ort mit variablen Preisen, Google nennt Notfallreparaturen als Beispiel, müssen in der Anzeige oder auf der Landingpage alle Gebühren deutlich stehen: Anfahrt, Zuschläge nach Feierabend oder am Wochenende und ob der Kostenvoranschlag verbindlich ist.
Ein eigenes Werbeformat neben den Suchanzeigen. Laut Google-Hilfe erscheint der Anzeigenblock gut sichtbar in den Suchergebnissen. Kunden rufen dich direkt an oder schreiben dir eine Nachricht, und du zahlst laut Google nur für relevante Anfragen. In der deutschen Version der Hilfeseite steht „Elektriker“ in der Liste der Branchen. Ob es in deiner Region verfügbar ist, zeigt dir die Verfügbarkeitsprüfung auf derselben Seite.
Vorher musst du eine Überprüfung durchlaufen. Für Elektriker in Deutschland nennt Google auf der Seite Überprüfungsanforderungen für Unternehmen eine Überprüfung des Unternehmens, eine Betriebshaftpflichtversicherung und eine Unternehmenslizenz auf Landesebene, diese mit dem Zusatz „Sofern dies gemäß örtlich geltendem Recht zutrifft“. Welches Dokument Google dafür in Deutschland erwartet, sagt die Seite nicht. Naheliegend ist die Eintragung in die Handwerksrolle, denn Elektrotechniker ist nach § 1 HwO und Anlage A Nr. 25 ein zulassungspflichtiges Handwerk. Dazu brauchst du ein öffentliches und bestätigtes Unternehmensprofil. Als Nachweis der Gewerbeanmeldung nennt Google für Deutschland laut Überprüfungsverfahren die Handelsregisternummer, die Nummer der Gewerbeanmeldung oder den Bescheid über die Erteilung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Im Schnitt dauert die Überprüfung laut Google etwa 3 bis 4 Wochen ab Einreichen der Dokumente.
Wer alles besteht, bekommt das Symbol „Von Google verifiziert“. Wer regelmäßig nicht auf Anrufe oder Nachrichten reagiert, kann laut Google im Anzeigenrang schlechter dastehen.
Über Anruf-Assets. Reine Anrufanzeigen laufen aus. Laut Google-Hilfe lassen sich seit Februar 2026 keine neuen Anrufanzeigen mehr anlegen, und ab Februar 2027 bekommen bestehende keine Impressionen mehr.
Laut der Hilfeseite Anruf-Assets gilt:
Mit Standort-Assets zeigt deine Anzeige Adresse, Entfernung und einen Anrufbutton. Die Daten kommen laut Google in der Regel aus deinem Google Unternehmensprofil. Stimmen Adresse oder Nummer dort nicht, stimmen sie auch in der Anzeige nicht. Pflege also zuerst das Profil, dann verknüpf es mit Google Ads.
Ja, früher oder später. Laut Google müssen letztendlich alle Werbetreibenden die Überprüfung durchlaufen. Lässt du die 30-tägige Frist für die Dokumente verstreichen, wird das Konto laut Google pausiert. Als häufige Fehlerursache nennt Google dort auch fehlende branchenspezifische Lizenzen. Halte Firmenname und Anschrift im Handelsregister oder in der Gewerbeanmeldung, im Impressum und im Google-Zahlungsprofil gleich.
Erst prüfen, dann umbauen: Du schaltest schon Anzeigen und weißt nicht, ob die Anrufe wirklich aus Google kommen? Unser kostenloses Audit liest einmal die letzten 90 Tage deines Kontos, ändert nichts und widerruft den Zugriff direkt danach. Kostenloses Audit starten
Wer „Sicherung fliegt raus“ tippt, will etwas anderes als jemand, der „DGUV V3 Prüfung“ sucht. Nach unserer Einschätzung lohnt es sich bei Elektrobetrieben fast immer, drei Kampagnen zu trennen, jede mit eigener Landingpage und eigenem Budget. Die Beispiele zeigen nur die Richtung.
Zum Beispiel: Elektriker Notdienst plus Ort, Stromausfall im Haus, Sicherung fliegt immer raus, FI springt raus. Wer so sucht, will jetzt jemanden am Telefon. Die Anzeige braucht ein Anruf-Asset, die Landingpage eine große Telefonnummer ganz oben und klare Angaben, wann du kommst und was die Anfahrt kostet.
Zum Beispiel: Wallbox installieren lassen, Zählerschrank erneuern, Elektroinstallation Altbau, Smart Home nachrüsten. Diese Kunden vergleichen und planen. Hier hilft ein kurzes Formular, gern mit Foto vom Zählerschrank. Aus unserer Erfahrung steigt die Qualität der Anfragen, wenn die Seite ehrlich sagt, welche Arbeiten du nicht übernimmst.
Zum Beispiel: DGUV V3 Prüfung, Prüfung ortsveränderlicher Geräte, Elektroinstallation Gewerbe, Ladeinfrastruktur für Firmenparkplätze. Hier sucht oft der Facility Manager, die Hausverwaltung oder der Geschäftsführer. Weniger Suchen, meist größere Aufträge. Die Landingpage sollte Referenzbranchen, Prüfprotokolle und einen Ansprechpartner zeigen.
Schließ in allen drei Kampagnen unpassende Suchen mit auszuschließenden Keywords aus, zum Beispiel Ausbildung, Gehalt, Stellenangebote, Schaltplan, selber machen und, wenn du es nicht machst, Schlüsseldienst.
Radius: Laut Google-Hilfe kannst du einen Umkreis von mindestens 1 km um einen Ort wählen. Ein sehr kleiner Umkreis kann dazu führen, dass Anzeigen nur selten oder gar nicht laufen. Wähl ihn nach deiner echten Anfahrtszeit. Prüf außerdem die Option „Präsenz“ statt „Präsenz oder Interesse“. Mit der breiten Einstellung erreichst du laut Google auch Menschen, die nur Interesse an deiner Region zeigen. Für einen Notdienst ist das selten sinnvoll.
Zeiten: Mit dem Werbezeitplaner legst du fest, wann Anzeigen laufen. Wichtig für die Budgetplanung: Mit Werbezeitplan legt Google für die Kampagne ein monatliches Ausgabenziel des 30,4-Fachen deines durchschnittlichen Tagesbudgets fest. Auch wenn sie nur nachts und am Wochenende läuft.
Bei Elektrikern kommt der größte Teil der Anfragen aus unserer Erfahrung per Telefon. Ohne Anrufmessung siehst du also nur einen kleinen Teil. Laut Google-Hilfe kannst du „Anrufe über Anzeigen“, „Anrufe über Websitebesuche“ und „Anrufe über Uploads“ als Conversion zählen. Gezählt wird ein Anruf zum Beispiel, wenn er länger dauert als die von dir festgelegte Mindestdauer.
Für Cookies und vergleichbare Speicherung brauchst du nach § 25 TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung. Mit dem Einwilligungsmodus übernehmen deine Google-Tags die Entscheidung aus dem Cookie-Banner. Was echte Anfragen von bloßen Conversions unterscheidet, steht im Artikel Google Ads meldet viele Conversions, aber kaum echte Anfragen.
Aus unserer Erfahrung liegen Elektrobetriebe in diesen Spannen, je nach Region und Wettbewerb:
Zum Vergleich eine belegte Zahl aus den USA. Laut LocaliQ lag der Klickpreis für „Electricians & Electrical Contractors“ im Median bei 12,18 $, die Kosten pro Lead bei 93,69 $. Basis sind 3.211 US-Suchkampagnen von Handwerks- und Hausdienstleistern zwischen April 2024 und März 2025. Die US-Klickpreise liegen deutlich über unseren Werten aus Deutschland und lassen sich nicht 1:1 übertragen. Eine vergleichbare Studie für Deutschland haben wir nicht gefunden.
Alle Werte sind Annahmen, nicht aus einem Kundenkonto. Die Annahmen liegen innerhalb unserer Erfahrungswerte oben. Deine echten Klickpreise zeigt dir der Keyword-Planer, deine echte Marge deine Nachkalkulation.
Beispiel 1: Installationen für Privatkunden
Rechnung: 1.500 € geteilt durch 3 € ergibt 500 Klicks. 6 % davon sind 30 Anfragen, eine Anfrage kostet also 50 €. Jede fünfte wird zum Auftrag, das sind 6 Aufträge mit zusammen 3.600 € Deckungsbeitrag. Damit sich das Budget trägt, brauchst du 1.500 € geteilt durch 600 €, also 2,5 Aufträge. Aus 30 Anfragen müsste also nur jede zwölfte zum Auftrag werden.
Beispiel 2: Gewerbekunden
Zweite Annahme: Der Klick kostet 5 €, also das obere Ende unserer Erfahrungswerte, die Anfragequote liegt bei 5 % und ein Prüf- oder Wartungsauftrag bringt im ersten Jahr 2.000 € Deckungsbeitrag. Dann ergeben 1.500 € alle 4 Wochen 300 Klicks und 15 Anfragen, eine Anfrage kostet 100 €. Ein Auftrag alle 4 Wochen deckt das Budget bereits. Folgejahre sind nicht eingerechnet.
Die Kosten für Einrichtung und Betreuung sind in beiden Beispielen nicht drin. Und die wichtigste Annahme ist die Abschlussquote. Wie viele Anfragen wirklich zu Aufträgen werden, zeigt erst die Messung über einige Wochen. Mehr zu den Kosten steht im Artikel Was kostet Google Ads?.
Das bedeutet für dich: Trenn Notdienst, Installationen und Gewerbe in eigene Kampagnen, zeig die Nummer nur, wenn jemand rangeht, und miss jeden Anruf mit sinnvoller Mindestdauer. Dann siehst du nach wenigen Wochen, welcher Auftragstyp sich für dich wirklich trägt.
Brauche ich als Elektriker eine besondere Freigabe von Google?
Für normale Suchanzeigen nicht. Wie alle Werbetreibenden musst du aber die Überprüfung des Werbetreibenden durchlaufen. Nur für Anzeigen für lokale Dienstleistungen gibt es ein eigenes Überprüfungsverfahren mit Unternehmensprüfung und Betriebshaftpflicht.
Was ist besser: Anzeigen für lokale Dienstleistungen oder normale Suchanzeigen?
Bei lokalen Dienstleistungen zahlst du laut Google pro relevanter Anfrage und brauchst schnelle Reaktionen. Bei Suchanzeigen steuerst du Keywords, Texte und Landingpages selbst. Nach unserer Einschätzung lohnt es sich, die Verfügbarkeit für deine Region zu prüfen und beide Wege parallel zu testen.
Lohnt sich eine eigene Kampagne nur für Wallboxen?
Nach unserer Einschätzung ja, wenn du Wallboxen regelmäßig installierst und Termine frei hast. Wer so sucht, hat ein klares Projekt. Frag im Formular gleich nach Fotos von Zählerschrank und Garage. Türöffnungen dagegen darfst du in Deutschland laut Google gar nicht bewerben.
Wie vermeide ich, dass ich nur Kleinaufträge bekomme?
Mit getrennten Kampagnen für größere Projekte, Keywords wie Zählerschrank erneuern oder Wallbox installieren lassen, klaren Angaben auf der Landingpage und ausgeschlossenen Suchen.
Du willst wissen, ob deine Anrufe wirklich aus Google kommen und welcher Auftragstyp sich trägt?
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